Jetzt ist es bereits über einen Monat - ja sogar bald zwei Monate - her, dass ich hier den letzten Post verfasst habe, deshalb fällt es mir unheimlich schwer, mich dazu aufzuraffen etwas zu schreiben. Mir fehlt die Routine und ein gewisser Zwang.
Das bedeutet nicht, dass ich nicht genug Themen und/oder Bücher hätte, die ich besprechen könnte. Denn abseits meines "Internet-Lebens" konzentriere ich mich durchaus auf meine Hobbys. In den letzten Wochen habe ich unheimlich viele Bücher gekauft, leider viel zu wenige davon gelesen, dafür mir aber für diese wenigen Worte für Rezensionen im Kopf zurecht gelegt und zu guter Letzt Entscheidungen getroffen und jetzt auch spruchreif gemacht.
Ich werde mein Studium abbrechen. Ich werde Dortmund verlassen.
Sich sein Scheitern einzugestehen war schwer, davon zu erzählen übertraf dies noch.
Die Gründe sind zu persönlich, um sie hier in einer eigentlichen Buchrezension abzuarbeiten. Vielleicht sind sie sogar zu persönlich, um sie überhaupt im Internet zu veröffentlichen.
All diese Probleme und Gedanken machen es mir seit Wochen schwer, an einem Buch zu bleiben. Den Kopf bei der Sache zu haben. Regelmäßig zu lesen.
Aus diesem Grund lasse ich mich wahnsinnig bei meiner Buchauswahl beeinflussen. Selbst wenn ich mir mehrere Bücher zurechtlege und von jedem einzelnen ein paar Seiten lese, um dann entscheiden zu können, möchte ich mich am liebsten darum drücken. Wie viel gäbe ich manchmal dafür, mehrere Bücher gleichzeitig lesen zu können... Ich beneide jeden, der das kann, ohne durcheinander zu kommen, ohne etwas zu vergessen, ohne die Lust an einem der Bücher zu verlieren.
Aus diesem Grund lasse ich mich wahnsinnig bei meiner Buchauswahl beeinflussen. Selbst wenn ich mir mehrere Bücher zurechtlege und von jedem einzelnen ein paar Seiten lese, um dann entscheiden zu können, möchte ich mich am liebsten darum drücken. Wie viel gäbe ich manchmal dafür, mehrere Bücher gleichzeitig lesen zu können... Ich beneide jeden, der das kann, ohne durcheinander zu kommen, ohne etwas zu vergessen, ohne die Lust an einem der Bücher zu verlieren.
Weil es mir nach den letzten sechs Büchern, die ich alle hier nicht rezensiert habe, wieder so ging, musste ein Buch vom SuB (Stapel ungelesener Bücher - hier anschauen) her, von dem ich wusste, dass es mich fesseln würde. Und auf wen ist in dieser Hinsicht immer Verlass, wenn nicht auf Ken Follett?
Auch wenn ich eigentlich kein Fan von historischen Romanen bin und genauso wenig von Büchern außerhalb meiner 1001 Bücher Liste, so habe ich doch eine Zuneigung zu Geschichten von Ken Follett entwickelt. Follett macht mir Spaß. Er ist derjenige, bei dem mir selbst eintausend Seiten meist noch zu wenig sind. Und bei dessen Romanen ich mir auch mal eine Träne verkneife, selbst wenn das Happy-End ein wenig kitschig anmutet.
Deshalb habe ich mich für ein Buch entschieden, das, wie die meisten meiner Bücher, für ein paar Euros auf dem Flohmarkt gekauft wurde:
Im Taschenbuch für 9,99€ erhältlich bei Bastei Lübbe
[Bild folgt]
Obwohl der Aufbau von Ken Folletts Büchern sich immer sehr ähnelt, war ich bisher von jedem begeistert. Egal ob es die drei Teile der Jahrhundert-Trilogie (Sturz der Titanen, Winter der Welt & Kinder der Freiheit), Die Säulen der Erde oder mein einziges ernsthaft auf Englisch gelesenes Buch (World without End) waren, jedes hat mich in seinen Bann gezogen und gerade bei der Trilogie habe ich auf jeden Band gewartet.
Mit Die Pfeiler der Macht war es genau so.
Angefangen, nicht mehr weglegen können und zügig beendet. Auf Follett ist Verlass. Wie immer.
Für meinen Geschmack hatte dieser Follett sogar ein paar hundert Seiten zu wenig. Fünfhundert mehr und das Buch wäre perfekt gewesen: Fünf Sterne in Goodreads, so wie die drei Teile der Jahrhundert-Trilogie.
Leider waren es keine eintausend Seiten und eine ähnliche Storyline, wie in den drei eben genannten Romanen. Auch wenn diese jünger und deshalb sie die abgekupferten Geschichten sind, so fällt es mir jetzt schwerer Die Pfeiler der Macht zu mögen, einfach aufgrund meiner Lese-Reihenfolge.
Nichtsdestotrotz war das Buch eine angenehme Lektüre. Kurzweilig. Spannend. Kontrovers.
Um dieses Adjektiv "kontrovers" zu erklären, muss ich erst kurz ein bisschen auf den Inhalt eingehen. Wobei dies bei einem historischen Roman von Ken Follett immer ein wenig schwierig ist, denn es gibt genug Charaktere für mindestens zwei Bücher, mindestens ebenso viele Konflikte und eine erzählte Zeit von mehr als zehn Jahren.
Die Pfeiler der Macht wird durch die Familie Pilaster bestimmt. Plus ein halbes Dutzend Nebencharaktere.
Die Pilasters sind eine traditionsreiche Bankiersfamilie, die mit ihrer Bank die Welt regiert. Durch ein Ereignis in der Jugend einer der Erben der Bank wird die Geschichte ins Rollen gebracht. Dieses Geschehnis steht immer im Hintergrund des Romans. Schwebt über der Familie, wie eine dunkle Vorahnung. Ein typischer Anfang Folletts, der das Ende besiegelt.
Versteht mich nicht falsch. Ich liebe diese Art zu erzählen: Im Prolog etwas anzuschneiden, das den Leser über das ganze Buch nicht mehr loslässt und man ahnt, dass sich am Ende alles durch diesen Anfang entscheiden wird. Follett ist nicht derjenige, der hierbei tückische Wendungen verwendet oder auf ein Überraschungsmoment abzielt. Immerhin sind dies seine historischen Romane und nicht seine Thriller bzw. Krimis (von denen ich noch keinen einzigen gelesen habe). Man weiß, was oder besser wer hinter allem steckt und dadurch wird einem die Genugtuung des Sich-unheimlich-schlau-Fühlens zuteil.
Jetzt habe ich immer noch nicht wirklich etwas über den Inhalt verraten. Und ich beginne mich zu fragen, möchte ich das überhaupt. Ich möchte nie zu viel verraten. Ich finde es gibt nichts Schlimmeres, als über ein Buch (oder einen Film) zu sprechen und das Ende zu offenbaren.
Ja okay, manchmal muss man das, um wirklich diskutieren zu können oder um über eine Message zu philosophieren. Aber mal ehrlich... Verlieren nicht die allermeisten Bücher ihren Reiz, wenn man weiß, was einen auf den letzten Seiten erwartet?
Gibt es immer noch diese Leser da draußen, die als erstes den letzten Satz eines Buches lesen, bevor sie mit dem Ersten beginnen? Wie selten sind diese Sonderfälle?
Ich für meinen Teil traue mich kaum zu schauen, wie viele Seiten ein Buch hat, aus Angst ich könnte irgendetwas auf den letzten Seiten entdecken, das mir alles verdirbt.
Ich schweife vom Abschweifen ab... Und irgendwie zweifel ich daran, dass dies noch zu einem anständigen Post werden könnte. Vielleicht höre ich an dieser Stelle besser auf. Und sage:
Die Pfeiler der Macht war ein Buch nach meinem Geschmack und konnte mich ausnahmsweise mal wieder aus meinem altbekannten Lesetief holen.
Auf das langersehnte Hoch, warte ich immer noch.
Wäre das hier Goodreads, würde ich vier Sterne vergeben.
(Vier sind Favoriten, aber nicht die wirklich wichtigen Bücher des Lebens.)
Zitate habe ich keine markiert, denn leider ist Ken Follett keiner der auf große Worte baut.
Anmerkungen:
Diesen Post habe ich bereits Anfang Oktober begonnen und in mindestens drei Etappen heute (endlich) zu Ende geschrieben. Aufgrund von hunderten von Dingen, die ich zu tun hatte und die meinen Kopf belagerten, musste vieles zurückgestellt werden, das mir eigentlich wichtig ist.
Bücher habe ich seit Leutenant Gustl (Rezension - hier lesen) trotzdem gelesen, nämlich folgende:
Deshalb habe ich mich für ein Buch entschieden, das, wie die meisten meiner Bücher, für ein paar Euros auf dem Flohmarkt gekauft wurde:
Ken Follett
Die Pfeiler der Macht (A Dangerous Fortune)
Erschienen 1994 im Gustav Lübbe Verlag
ISBN 3-7857-0735-5
Im Taschenbuch für 9,99€ erhältlich bei Bastei Lübbe
[Bild folgt]
Mit Die Pfeiler der Macht war es genau so.
Angefangen, nicht mehr weglegen können und zügig beendet. Auf Follett ist Verlass. Wie immer.
Für meinen Geschmack hatte dieser Follett sogar ein paar hundert Seiten zu wenig. Fünfhundert mehr und das Buch wäre perfekt gewesen: Fünf Sterne in Goodreads, so wie die drei Teile der Jahrhundert-Trilogie.
Leider waren es keine eintausend Seiten und eine ähnliche Storyline, wie in den drei eben genannten Romanen. Auch wenn diese jünger und deshalb sie die abgekupferten Geschichten sind, so fällt es mir jetzt schwerer Die Pfeiler der Macht zu mögen, einfach aufgrund meiner Lese-Reihenfolge.
Nichtsdestotrotz war das Buch eine angenehme Lektüre. Kurzweilig. Spannend. Kontrovers.
Um dieses Adjektiv "kontrovers" zu erklären, muss ich erst kurz ein bisschen auf den Inhalt eingehen. Wobei dies bei einem historischen Roman von Ken Follett immer ein wenig schwierig ist, denn es gibt genug Charaktere für mindestens zwei Bücher, mindestens ebenso viele Konflikte und eine erzählte Zeit von mehr als zehn Jahren.
Die Pfeiler der Macht wird durch die Familie Pilaster bestimmt. Plus ein halbes Dutzend Nebencharaktere.
Die Pilasters sind eine traditionsreiche Bankiersfamilie, die mit ihrer Bank die Welt regiert. Durch ein Ereignis in der Jugend einer der Erben der Bank wird die Geschichte ins Rollen gebracht. Dieses Geschehnis steht immer im Hintergrund des Romans. Schwebt über der Familie, wie eine dunkle Vorahnung. Ein typischer Anfang Folletts, der das Ende besiegelt.
Versteht mich nicht falsch. Ich liebe diese Art zu erzählen: Im Prolog etwas anzuschneiden, das den Leser über das ganze Buch nicht mehr loslässt und man ahnt, dass sich am Ende alles durch diesen Anfang entscheiden wird. Follett ist nicht derjenige, der hierbei tückische Wendungen verwendet oder auf ein Überraschungsmoment abzielt. Immerhin sind dies seine historischen Romane und nicht seine Thriller bzw. Krimis (von denen ich noch keinen einzigen gelesen habe). Man weiß, was oder besser wer hinter allem steckt und dadurch wird einem die Genugtuung des Sich-unheimlich-schlau-Fühlens zuteil.
Jetzt habe ich immer noch nicht wirklich etwas über den Inhalt verraten. Und ich beginne mich zu fragen, möchte ich das überhaupt. Ich möchte nie zu viel verraten. Ich finde es gibt nichts Schlimmeres, als über ein Buch (oder einen Film) zu sprechen und das Ende zu offenbaren.
Ja okay, manchmal muss man das, um wirklich diskutieren zu können oder um über eine Message zu philosophieren. Aber mal ehrlich... Verlieren nicht die allermeisten Bücher ihren Reiz, wenn man weiß, was einen auf den letzten Seiten erwartet?
Gibt es immer noch diese Leser da draußen, die als erstes den letzten Satz eines Buches lesen, bevor sie mit dem Ersten beginnen? Wie selten sind diese Sonderfälle?
Ich für meinen Teil traue mich kaum zu schauen, wie viele Seiten ein Buch hat, aus Angst ich könnte irgendetwas auf den letzten Seiten entdecken, das mir alles verdirbt.
Ich schweife vom Abschweifen ab... Und irgendwie zweifel ich daran, dass dies noch zu einem anständigen Post werden könnte. Vielleicht höre ich an dieser Stelle besser auf. Und sage:
Die Pfeiler der Macht war ein Buch nach meinem Geschmack und konnte mich ausnahmsweise mal wieder aus meinem altbekannten Lesetief holen.
Auf das langersehnte Hoch, warte ich immer noch.
Wäre das hier Goodreads, würde ich vier Sterne vergeben.
(Vier sind Favoriten, aber nicht die wirklich wichtigen Bücher des Lebens.)
Zitate habe ich keine markiert, denn leider ist Ken Follett keiner der auf große Worte baut.
Anmerkungen:
Diesen Post habe ich bereits Anfang Oktober begonnen und in mindestens drei Etappen heute (endlich) zu Ende geschrieben. Aufgrund von hunderten von Dingen, die ich zu tun hatte und die meinen Kopf belagerten, musste vieles zurückgestellt werden, das mir eigentlich wichtig ist.
Bücher habe ich seit Leutenant Gustl (Rezension - hier lesen) trotzdem gelesen, nämlich folgende:
- Wolfgang Herrndorf - "Tschick" --> (Drei Sterne)
- Buch 39 Jung Chang - "Wilde Schwäne" --> (Drei Sterne)
- Buch 40 Amos Oz - "Black Box" --> (Zwei Sterne)
- Buch 41 Douglas Adams - "Per Anhalter durch die Galaxis" --> (Drei Sterne)
- Nelly Sachs - "Gedichte" --> (Drei Sterne)
- Buch 42 Joseph Conrad - "Herz der Finsternis" --> (Zwei Sterne)
All diese habe ich nicht rezensiert, aber wer weiß schon, ob ich nicht doch noch Lust dazu bekomme.
Und wer sich jetzt noch fragt, warum Die Pfeiler der Macht kontrovers für mich war, dem liefere ich eine ziemlich kurze Erklärung:
Noch nie habe ich es erlebt, dass der Bösewicht in einem Buch gleichzeitig als der charmanteste und schönste Mann dargestellt wurde. Man kann und will dem ganzen nicht glauben.
Jetzt aber Schluss mit dem Stuss.
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