Donnerstag, 28. Januar 2016

Neuzugänge Januar 2016

Wahrscheinlich kennt jeder Buchliebhaber dieses Gefühl. Diese Mischung aus schlechtem Gewissen und Suchtbefriedigung. Zwischen unendlicher Freude und Niedergeschlagenheit. 

Natürlich geht es hier  um den Buchkauf und natürlich hat da jeder Leser seine eigene Meinung dazu. 

Mittwoch, 20. Januar 2016

Rezension || Rebecca Hunt - "Mr. Chartwell"

Wow.

Goodreads sagt mir, ich sei zwei Bücher vor meinem Zeitplan. Das Jahr ist neunzehn Tage jung und ich habe bereits vier Bücher gelesen. Gerade das fünfte angefangen. Und der Januar ist noch lange nicht zu Ende. 

So kann es weitergehen.

Das Buch, das ich heute beendet habe und dem ich (Vorsicht Spoiler-Alarm) volle fünf Sterne gegeben habe, ist trotz seines Humors nichts für schwache Gemüter. Und ich selbst musste einige Male schlucken, bei den so treffenden Beschreibungen einer Krankheit unter jener ich diesen Roman auch ausfindig gemacht habe. In einem Buch das ich ebenfalls dieses Jahr erstanden habe: Die Romantherapie (- 253 Bücher für ein besseres Leben) von Ella Berthoud  & Susan Elderkin (erhältlich im Suhrkamp-Verlag). Jenes Stichwort werde ich später noch erwähnen. Auf jeden Fall findet man dort:

Donnerstag, 14. Januar 2016

Rezension || Carson McCullers - "Das Herz ist ein einsamer Jäger"

Das neue Jahr hat begonnen und damit auch ein neues Lese-Jahr.

Meine (Lese)Ziele für 2016 sind gesteckt und bisher bin ich eifrig dabei daran zu arbeiten. (Noch sagt die Goodreads-Reading-Challenge, dass ich ein Buch vor meinem Zeitplan bin.)

Als kurze Übersicht:
Ich habe mir wieder vorgenommen 50 Bücher zu lesen, da ich letztes Jahr mit 41 Büchern (knapp) dran vorbeigerasselt bin. Und alle anderen Vorhaben könnt ihr euch hier anschauen. 

Bis heute (14.Januar 2016) habe ich bereits zwei Bücher gelesen, wobei eines von meiner Liste und meinem SUB (anschauen - hier klicken) war. Das andere war eine Art ReRead, aber zähle ich dann doch nicht als solchen, weil ich es nie selbst gelesen, sondern nur als Kind vorgelesen bekommen habe.
Leider konnte ich noch kein Buch der 1001-Bücher-Liste abarbeiten. Aber vielleicht bin ich dafür auch einfach kein schneller Leser.

Heute habe ich das zweite Buch für dieses Jahr beendet, das noch gar nicht so lange in meinem Regal und genau so kurz auf meiner Wunschliste stand. Überhaupt bin ich auf diesen Roman erst letztes Jahr gekommen, weil Elke Heidenreich ihn in einem Artikel in einer Literaturbeilage des Cicero erwähnt hatte. Und kaum stand er auf meiner Wunschliste, lief ich zufällig auf einem Bücherflohmarkt an ihn heran. 

Carson McCullers
Das Herz ist ein einsamer Jäger 
(The Heart is a lonely Hunter)

Erschienen 1974 im Diogenes Verlag
ISBN 3-257-20143-5

Erhältlich immer noch bei Diogenes für 11,90 €




Ich habe mal wieder lange gebraucht, um in dieses Buch hineinzukommen. Wobei das kein Kriterium gegen dieses Buch ist, denn in Wirklichkeit geht mir das in letzter Zeit mit allen Büchern so, außer sie sind im Anspruch sehr gering oder Anwärter für meine Absolute-Lieblingsbücher-Liste.
Nach den üblichen einhundert bis einhundertfünfzig Seiten, bin ich dann dran hängen geblieben. Mit ganzem Herzen. Ich habe all die Zeit zum Lesen nur deshalb gebraucht, weil der Schreibstil nicht so ein Nebenbei-Vergnügen und außerdem die Schrift sehr gedrungen auf den Seiten ist. Viele Buchstaben und viel Inhalt für eine Seite. Und für ein relativ schmales Buch.

Mir fällt es wie immer schwer, den Inhalt zu umreißen. Vor allem, weil es so viele Charaktere gibt und so viele Handlungsstränge. Ich lade wirklich jeden dazu ein, mal bei Goodreads vorbeizuschauen und dort die Inhaltsangabe zu lesen, weil das Buch sich wirklich, wirklich lohnt. Und ich auch keine bestimmte Lesergruppe bestimmen könnte.

Hier passiert kein großes Tamtam. Auch wenn es für 315 Seiten doch den ein oder anderen Toten gibt, obwohl es kein Krimi ist. Und übrigens auch kein Liebesroman. Damit habe ich nämlich gerechnet, bei diesem irgendwie doch kitschig anmutenden Titel.
Nein, hier bekommen Außenseiter eine Stimme, eine Bühne... Und alle haben das Potential einem ans Herz zu wachsen, egal wie unsympathisch sie manchmal sind. Man öffnet ihnen sein Herz, weil sie eben Außenseiter sind und jeder sein Päckchen zu tragen hat. Allen voran der Taubstumme Protagonist John Singer. Über den man alles erfährt, aber doch nicht genug. Der der beste Zuhörer ist, obwohl er nur Lippen liest und vielleicht gerade weil er nicht antworten kann. Er kann nicht dazwischen fragen oder Kommentare geben. Er ist da. Mehr nicht. Ob er alles versteht ist nebensächlich. Wichtig ist, dass die anderen Hauptcharaktere sein "Ohr" leihen können. 

Ich weiß nicht, was ich viel mehr dazu sagen soll, als dass das Buch einen ganz eigenen Sog entwickelt. Das einen in seinen Bann zieht und nur ungern wieder los lässt. Ich liebe Bücher, die um diese Zeit (1930er) spielen. In den USA. In dieser Atmosphäre. Da sehne ich mich nach einer eigenen Veranda. Vor der meine Kinder spielen. In der drückenden Hitze des Südens der USA. Als man noch mit zehn Dollar Wochenlohn über die Runden kam. Und Bier und Whiskey auch vormittags legitime Durstlöscher waren. 
Ähnlich wie Wer die Nachtigall stört. (Rezension - hier klicken)

Um es mit Elke Heidenreichs Worten abzuschließen:
"Carson McCullers, "Das Herz ist ein einsamer Jäger" - Das hat mich wirklich umgehauen."

Wäre dies hier Goodreads, würde ich vier Sterne geben.
(Vier sind Favoriten, aber nicht die wirklich wichtigen Bücher des Lebens)


 Eines der markierten Zitate (von Seite 47):

"Aber du hast nie Gott geliebt und auch keinen Menschen. Du bist hart wie Rindsleder. Aber trotzdem - ich kenne dich. Heut nachmittag treibst du dich überall rum, als ob du was Verlorenes wiederfinden mußt. Du machst dich kaputt vor lauter Aufregung. Du wirst noch vor Herzklopfen sterben, weil du niemand liebst und keinen Frieden hast. Und eines Tags wirst du zerplatzen und kaputt sein. Und dann hilft dir nichts mehr."